Schwierige Frauen

Ich liebe schwierige Frauen. Da weiß man, was man kriegt – und oft noch einiges mehr. Völlig unbekannte Problemstellungen tun sich auf. Wer möchte schon gerne eine umgängliche, herzenswarme und liebevolle Partnerin haben, wenn es auch leidenschaftlich, unberechenbar und völlig unkontrolliert zur Sache geht? Man lebt ja nur einmal.

Guter Einstieg, nicht wahr? Haben Sie Puls? Der Einstieg ist wichtig, damit die Neugier auf den folgenden Text geweckt wird. Wenn ich so wie oben bei einer Lesung einsteige und in die Gesichter der Anwesenden blicke, weiß ich sofort, ob eine Transferleistung hin zu Ironie, Sarkasmus oder gar Humor erbracht wird. Oder ob ich nach der Pause alleine bin. Wobei letzteres tatsächlich bisher nicht vorgekommen ist. Die allermeisten Zeitgenossen, und vor allem ZeitgenossInnen, bleiben beharrlich sitzen, weil sie gezahlt haben und ihre Empörung nun großzügig an den Vortragenden zurückgeben möchten. Es stimmt: Worte können begeistern, aber auch sehr nachdenklich stimmen.

Mein zweites Buch, Zuviel Achtsamkeit mindert die Lebensqualität, ließ schon beim Lesen des Titels bei einigen unbedarften Menschen den Puls hochschnellen. Die Achtsamkeit kollidierte da mit dem Humorverständnis. Im Regelfall war schon beim Erstkontakt mit dem Fachpersonal in der Buchhandlung klar wohin die Reise geht, nämlich oftmals direkt Richtung Ausgang. Humor ist eben sehr individuell. Mein drittes Buch hat den Titel Das ewige Dilemma zwischen Pradaschlampe und Paranuss. Da wurde die Transferleistung offenbar noch schwieriger.

Was bedeutet eigentlich schwierig? Wenn sich jemand auf einem Online-Datingportal den Namen Krassezicke88 oder Seiblossvorsichtig_fds gibt, könnte das ein Tastaturunfall oder auch Ironie sein, um aufmerksame und sprachlich gebildete Singles anzusprechen. Könnte, ist es aber oft nicht, wie aktuelle Studien aus Amerika zeigen. Wenn Sie behaupten, das haben aktuelle Studien aus Amerika gezeigt, sind mindestens 99 % der Zuhörer zufrieden oder eingeschüchtert. Der Rest kann keine Prozentrechnung. Das haben wiederum völlig subjektive Studien meinerseits ergeben.

Worum geht es bei diesem Blog? Ich möchte hier meine Sicht auf die wichtigen Themen im Leben ausbreiten. Da wird es öfter um die Liebe und Beziehungen gehen.

Da ich ein sehr angepasster Mensch bin, mein Leben eher gleichförmig und monoton verläuft, muss ich diese Erfahrungen leider erfinden. Das geht aber ganz gut. Die meisten Ideen kommen mir beim Rasieren, spazieren gehen und beim Aufräumen des Wohnzimmers nach einer Orgie.

Ich bin Olaf Trier, knapp über 50, Künstler, Schriftsteller, wohnhaft in Köln, und noch einiges mehr. An dem Wort „Schriftsteller“ statt Autor erkennen Sie den immensen Anspruch an mich selbst beim Verfassen jedweder Textversuche. Achten Sie mal darauf, wenn irgendwo die Bezeichnung „Buchautor“ verwandt wird, dann handelt es sich um einen Pressetext oder jemand ist im Hauptberuf Schmuck-designerin. Der letzte Satz steht beispielhaft für die zahllosen Versuche, um in der aktuellen Medien- und Presselandschaft die Empörungsdienstleister zu aktivieren und Aufmerksamkeit für sein Produkt zu erlangen. Was leider oft klappt. Davon möchte ich mich deutlich distanzieren. Mir geht es rein um den literarischen Unterhaltungswert, Content ist für die Zielgruppe mit Aufmerksamkeitsdefizit. Also werden Sie sich gar nicht angesprochen fühlen. Wenn Sie mir bis hierher folgen konnten, ist das ein Anfang. Wenn nicht, wünsche ich Ihnen ein erfülltes Leben.

Alles Liebe.